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Erfolgsserie der TG-Regionalligistinnen ist mit einer 0:3 Niederlage in Tübingen gerissen

FV Tübinger Modell - TG Bad Waldsee 3:0 (25:19, 25:16, 25:22)

Durch die 0:3 Niederlage in Tübingen verliert die TG Bad Waldsee den hart erkämpften zweiten Tabellenrang und belegt nunmehr Platz drei. Die Reise zum „Förderverein Tübinger Modell“ hatten sich die Bad Waldseer Volleyball-Frauen sicher ganz anders vorgestellt. Hatte es im Spätherbst letzten Jahres noch mit 3:1 einen relativ klaren Erfolg der TG gesetzt, so mussten die von Simon Scheerer trainierten Frauen seit langem mal wieder den bitteren Geschmack einer Niederlage verkraften.
Volleyball beginnt mit den Aufschlägen. Sie sollten im Idealfall die gegnerische Abwehr in Schwierigkeiten bringen. Dabei bedarf es der im jahrelangen Training gelernten Techniken, vor allem aber höchster, auf den Punkt fokussierten Konzentration und Kaltblütigkeit. Verhaltensweisen, die der TG an diesem Tag zumindest in Teilen abhandengekommen waren. Das Aufschlagverhalten der Oberschwäbinnen ließ Konzentration und Ruhe klar vermissen. Die zu erwartenden Konsequenzen folgten auf dem Fuß. Die groß gewachsenen Frauen aus der Universitätsstadt – teils mit Drittligaerfahrung – waren gerne dabei, die TG-Schwächen zu ihren Gunsten umzusetzen. Dergestalt gelang es der Scheerer-Truppe im ersten Durchgang nicht, zwingende Ansätze für ein erfolgreiches und durchdachtes Aufbauspiel zu finden. Die Mannschaft konnte in keiner Phase in ihr Spiel finden und musste die Gastgeberinnen das Spielgeschehen diktieren lassen. Eindeutig das Satzergebnis, überraschend und ernüchternd zu gleichen Teilen.
Die Platzherrinnen zogen im Verlauf des zweiten Satzes durch Steigerung des Tempos ihr Spiel immer zwingender auf, was dem Gästeteam kaum Chancen zu erfolgversprechenden Abschlüssen ließ. Die Frauen des Tübinger Modells spielten nun immer druckvoller und die an diesem Tag in der Abwehr überraschend unsichere TG musste das Geschehen aus der Hand geben. Bedingt von einer ganzen Serie harter Aufschläge kam die Annahme der TG immer mehr ins Schleudern und hatte dem Tübinger Druck im zweiten Satz nicht mehr viel entgegenzusetzen.
Nun weiß man in Volleyballkreisen um die besondere Spannung eines dritten Durchgangs nach gewonnenen zwei Sätzen. Auch die an diesem Tag übermächtig wirkenden Tübinger Frauen, zahlten ihren Tribut an das ungeschriebene Gesetz und ermöglichten durch ihre nicht mehr bis ins letzte vorhandene Konzentration auf diese Weise der TG in bessere Möglichkeiten. Deren Angriffe entwickelten sich nunmehr zwingender, hatten aber ihre helle Mühe, den sicheren Block der Gastgeberinnen zu überwinden. Obwohl das Team aus der Kurstadt im kompletten dritten Durchgang immer nahe am Geschehen war, gelang es der Mannschaft nicht, sich irgendwann deutlich abzusetzen.
Knapp behielt Tübingen im Abschlusssatz die Oberhand und landete einen in der Klarheit so nicht erwarteten Erfolg. Für das siegverwöhnte Scheerer-Team sollte diese Niederlage als Ansporn genommen werden, unnötige Eigenfehler auszumerzen und an der Konzentration aller Spielerinnen zu arbeiten.
Als MVP auf TG-Seite fand Henriette Elsäßer das Vertrauen der Siegerinnen.
(Franz Vogel)

TG: Carolin Scheerer, Corinna Bertsch, Hannah Thoma, Henriette Elsäßer, Kathrin Bertsch, Linda Herkommer, Charlotte Elsäßer, Madlen Maurer, Thea Bodenmüller, Sarah Kempter, Katja Real