Heidelberger TV - TG Bad Waldsee 3:0 (25:19, 25:12, 25:13)
Das TG-Team hat sicherlich nicht sein Herz in Heidelberg verloren, wohl aber eine Auseinandersetzung mit den überaus überzeugenden Frauen des TV Heidelberg. In Höhe und Klarheit lässt sich das 0:3 an Klarheit fast nicht überbieten.
Ein Spiel verloren, doch an Erfahrung und Erkenntnissen – wenn auch schmerzhafter Art – gewonnen. So wuchs in der Neckarstadt mit jeder Spielminute die Erkenntnis, dass die Bad Waldseer Frauenmannschaft gut daran tut, sich nicht auf ihrem komfortablen Tabellenrang knapp unter der Spitze auszuruhen. Dies zeigte sich in erster Linie in vielen unnötigen Eigenfehlen, die auf diesem Volleyballniveau gnadenlose Konsequenzen nach sich ziehen.
Des Weiteren ist Trainer Simon Scheerer immer eine vollbesetzte Einwechselbank zu wünschen, denn seine Einflussmöglichkeiten über personelle Änderungen lagen in diesem Spiel Nähe null. Außer seinen Entscheidungen, die Zuspielerposition zu verändern, blieben ihm weder in Abwehr und schon gar nicht im Angriff keinerlei Chancen, den Spielverlauf zugunsten der TG zu beeinflussen. Diese bittere Tatsache trat im Laufe des eher ungleichen Duells immer deutlicher zutage.
Der Einstieg in das Spiel gelang dem Gästeteam aus der Kurstadt zunächst überzeugend. Doch je mehr sich das Spielgeschehen in diesem Eröffnungssatz entwickelte, desto mehr verloren die TG-Frauen ihre Linie und produzierten reihenweise Eigenfehler, die dem Trainer die Sorgenfalten noch tiefer einprägten. Umgekehrt steigerte sich das gastgebende Team im Abwehrbereich und ließ nur sehr wenig Bälle auf den eigenen Boden zu. Mit dem Endstand von 19:25 war das Scheererteam bei kritischer Betrachtung noch gut bedient.
Ganz schlecht startete die TG in Durchgang zwei. Rasch lag die Gästemannschaft mit klarem 1:5 im Rückstand. Die überaus schlechte Annahmequote verunmöglichte einen konstruktiven Aufbau, was eine unzureichende Angriffsstärke zur Folge hatte. Scheerer versuchte es dann mit einer ungewöhnlichen Maßnahme, indem er statt einer nun zwei Zuspielerinnen aufbot. Damit wollte Scheerer mehr Ruhe ins eigene Spiel bringen, wenn auch auf Kosten der Durchschlagskraft in der Offensive. Auch diese Entscheidung verpuffte und die Schwierigkeit des Teams mit der Umsetzung eigentlich Erfolg versprechender Trainervorgaben stachen ins Auge.
Auch im abschließenden Spielteil änderte sich am Gesamteindruck nur noch wenig. Wieder gerieten die Oberschwäbinnen frühzeitig in Rückstand, verursacht unter anderem durch eine herausragende Blockarbeit der Heidelberger Frauen auch bei sehr hohen Bällen. Kaum ein TG-Angriff fand einen erfolgreichen Abschluss. Der fehlende Druck bei den TG-Aufschlägen konnte die gegnerische Abwehr kaum ins Wackeln bringen, während auf der anderen Netzseite der TV laufend seine volle Angriffskraft ins Gefecht führte. Jede Heidelberger Angreiferin erzielte Punkte, während die TG-Feldabwehr – ansonsten das Herzstück des Teams - immer deutlicher ins Wackeln kam.
Dergestalt entwickelte sich ein einseitiges Spiel, aus dem auf Bad Waldseer Seite nur Henriette Elsäßer herausstach, die am Ende auch als MVP auf Gästeseite ausgezeichnet wurde. Auch im finalen Satz spach das Ergebnis von 13:25 Bände.
Wenn es nächste Woche zu einem weiteren schweren Spielpartner FT Freiburg geht, ist sowohl dem Trainer wie seinem gesamten Team eine solidere Leistung und vor allem Vollzähligkeit zu wünschen.
(Franz Vogel)
TG: Corinna Bertsch, Thea Bodenmüller, Henriette Elsäßer, Kathrin Groner, Madlen Maurer, Katja Real, Carolin Scheerer, Sabine Tessmer, Hannah Thoma.