SSV Ulm - TG Bad Waldsee 3:1 (25:21, 23:25, 25:21, 25:21 )
In diesen Tagen der Narretei findet man vorschnell Erklärungen für rätselhafte Spielverläufe oder Leistungseinbrüche. So kennt man von rheinischen Fussball-Profiteams ab und zu jedenfalls Spielergebnisse, die ein bisschen wundern. Meist liegt es an der Unfähigkeit der Akteure, über die gesamte Dauer einer Begegnung ihre Leistung konsequent abzurufen. So auch geschehen am Fasnetssamstag beim Oberligaspiel der TG Bad Waldsee gegen die einige Plätze schlechter platzierten Gastgeber aus der Donaustadt.
Die Spielerinnen von Trainer Scheerer räumten am Ende der Begegnung freimütig ein, dass ihre Niederlage verdient war. Verdient zwar, doch absolut unnötig. So erlebten die Fans einen Satzverlauf zum Einstieg, der im Grunde vorwegnahm, was in den folgenden 90 Minuten passierte. Allzuschwer fanden die TG-Frauen ins Spiel, ausgelöst durch zu viele individuelle Fehler. Den Gegnerinnen passierte derartiges nicht. Vielmehr zogen sie in Ruhe und Abgeklärtheit ihre Kreise, spielten ihre ganze Routine aus und drückten die TG in die Defensive. Hoch verdient, weil der SSV sofort im Bilde war und einen sicheren Vorsprung zu verteidigen wusste, brachten sie den Eröffnungssatz nach Hause. Zwar bäumte sich die TG zu Ende des Spielabschnitts auf, doch diese Gegenwehr kam deutlich zu spät. Einige Spielerinnen meinten, dies sei ein „typischer Satz“ der TG gewesen. Den Schwung des Satzfinales nahm die TG in Durchgang zwei mit, produzierte deutlich weniger Eigenfehler, zeigte effiziente Angriffe und vor allem solides Blockverhalten. Doch auch dieser Satz konnte im weiteren Verlauf nicht die Formschwäche dieses Tages verbergen, denn zur Satzmitte geriet die TG erheblich unter Druck und konnte nur unter Aufbietung aller Kräfte den Satzverlust vermeiden. Ein zwischenzeitlicher Rückstand konnte die TG-Truppe gerade noch ausgleichen. Das Satzergebnis spricht Bände.
Mit leichtem Vorsprung für die Gäste ging es in den dritten Satz. In dieser Phase zeichnete sich der SSV durch eine stabile Feldabwehr und überragenden Kampfgeist aus. Es gelang der TG nicht mehr, alle Kräfte zu bündeln, um erfolgreich dagegenzuhalten. Zwar lag die TG phasenweise knapp vorne, doch sah sie sich nicht imstande, das Ergebnis auszubauen und ins Ziel zu bringen. Verhältnismäßig klar nahmen die SSV-Frauen den Satz mit nach Hause.
Der entscheidende Leistungseinbruch geschah im vierten Abschnitt. Die TG-Feldabwehr wackelte gehörig, was das zentrale Aufbauspiel enorm erschwerte. Jetzt fehlte der Druck nach vorne, weil allzu viele leichte Bälle den Gästen zugespielt wurden. Diese nahmen solche Geschenke gerne an und verließen schließlich hoch verdient als klarer Sieger die Halle.
Corinna Bertsch, Kathrin Bertsch, Thea Bodenmüller, Sybille Bosch, Carolin Buschbacher, Henriette Elsäßer, Verena Gebhart, Katja Real, Laura Weber