TV Bretten - TG Bad Waldsee 3:0 (25:19, 25:22, 29:27)
Ein ehrenvoller Auftritt beim Tabellenführer bestätigt noch einmal die mentale Qualität des TG-Teams. Obwohl bereits endgültig abgestiegen zeigen sich die TG-Frauen mit ihrem Trainer Axel Bloching von ihrer besten Seite. Das 0:3 verdeutlicht nicht annähernd die tatsächliche Leistung der Mannschaft.
Die TG-Verantwortlichen wussten sehr genau zu welcher schwierigen Aufgabe sich der Gang zum Tabellenführer entwickeln würde. Dazu kam eine proppenvolle Halle gespannter Einheimischer, die gegen den Tabellenletzten einen klaren Sieg erwarteten und sich mit fühlbarer Vorfreude würdig auf ihre kommende Meisterschaft einstellten.
Dennoch zeigte sich die TG zu Beginn des Eröffnungssatzes mit dem hohen Favoriten ebenbürtig und konnte bis zum 15:12 für den TV Bretten das Spiel halbwegs ausgeglichen gestalten. Es gelang dem Gast, immer wieder konsequent gestaltete Angriffe zu starten bis zum letzten Satzdrittel die Spielkontrolle klar zugunsten der Gastgeberinnen umschlug. Im weiteren Satzverlauf gelang es dem TG-Team nicht mehr, Annahme und Abwehr stabil zu halten, was nun zu nicht mehr zielgerichteten Angriffen führte. Das Satzergebnis in seiner Klarheit war gerechtfertigt und zeugte von der bemerkenswerten Qualität des TV Bretten.
Ganz anders traten die Frauen um Axel Bloching im zweiten Spielabschnitt auf und gingen sogar mit 8:7 in Führung. Mehrere Aufschlagfehler folgten zum Missfallen des Trainers, was den Spielfluss der Oberschwäbinnen empfindlich störte. Erfreulicherweise gelang es dem Coach aber gegen Satzende, sein Team an der Ehre zu packen und aus dem kollektiven Tiefschlaf zu holen. So präsentierte sich die Mannschaft danach in der Feldabwehr wacher und im Aufbauverhalten griffiger.
Eine klare Leistungssteigerung im Vergleich zum Eröffnungssatz war nicht zu übersehen. Dazu hin zeigte der Trainer bei seinen Einwechselentscheidung ein cleveres Händchen. Weniger TG-Eigenfehler und der daraus resultierende Offensivdruck zwangen den TV Bretten zu Auszeiten und Auswechslungen. Dementsprechend kämpften sich die TG-Frauen immer näher an den Gegner heran, was sich im Satzendergebnis mit 25:22 für Bretten zeigt.
Zum dritten Durchgang übernahm das Gästeteam vollkommen überraschend für den TV die Initiative und zwang die Gegnerinnen erstmals in diesem Duell zu reihenweisen Fehlern. Geschickte Einwechselentscheidungen von Axel Bloching trugen in der Folge zur deutlich konzentrierteren Spielweise der TG-Frauen bei. Besonderes Kennzeichen dieses finalen Satzes waren auffällig lange Ballwechsel, an deren Ende häufig die TG den Besseren zog. Angriffsbälle der Platzherrinnen, die bis dahin stets des Bad Waldseer Boden erreicht hatten, gerieten nun zur sicheren Beute der TG-Feldabwehr. Drei Satzbälle standen schließlich für die TG zu Buche, nachdem umgekehrt die TV-Frauen ihrerseits zwei Matchbälle nicht verwerten konnten. Die leise aufkeimende TG-Hoffnung auf einen Satzgewinn verpuffte jedoch, nachdem der Spielfluss der TG versiegte und man das Feld dem meist überlegenen Gegner überlassen musste.
Blieb für die TG die Erkenntnis, auch ohne ihren Trainer Simon Scheerer und gespickt mit einigen Ausfällen den Gegner zumindest im dritten Satz ins Wackeln gebracht zu haben.
Es war die junge Angreiferin Thea Bodenmüller, der auf TG-Seite die Ehre der MVP zukam, während für den TV Bretten Sofie Steinbrenner gewählt wurde.
(Franz Vogel)
TG: Henriette Elsässer, Charlotte Elsässer, Sarah Kempter, Miriam Schäfer, Anne Jakob, Corinna Bertsch, Linda Kibele, Sabine Tessmer, Medine Sükün, Thea Bodenmüller