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Waldseer Volleyballerinnen bezwingen den Tabellendritten VSG Ettlingen/Rüpurr

TG Bad Waldsee - VSG Ettlingen/Rüppurr 3:2 (20:25, 23:25, 25:17, 27:25, 15:12)

Hochspannung, Dramatik und am Ende ein glückliches Heimteam bilden die Hauptzutaten eines denkwürdigen Volleyballspiels. In einem auf meist überdurchschnittlichem Niveau ablaufenden Regionalligamatch gelingt dem Heimteam TG Bad Waldsee mit 3:2 ein nicht erwarteter Erfolg.
Es gibt Volleyballspiele, die im Gedächtnis bleiben, vor allem dann, wenn ein Team sehr klar mit zwei Sätzen vorne führt, sich gar einen Matchball erarbeitet und es dennoch nicht schafft, das gegnerische Team am Ende zu besiegen. So geschehen vor einer stattlichen Kulisse am Sonntagnachmittag in der Sporthalle der Eugen-Bolz-Schule. Die verdiente Freude der Siegerinnen wird freilich getrübt beim Blick auf die Tabellensituation der Gastgeberinnen. Im Grunde kann nur noch ein mathematisches Wunder die Schützlinge von Trainer Simon Scheerer retten – zu groß ist der Abstand auf die rettenden Ränge. Da in den Regionalligen keine Relegationsspiele vorgesehen sind, scheidet auch diese Hoffnung aus.
Die Einstiegsphase der Auseinandersetzung war geprägt einerseits von brachial harten Aufschlägen der VSG-Frauen, andererseits von starken und erfolgreichen Blocks der TG gegen die Gästeangriffe. Im Laufe des ersten Satzes wurde auch immer klarer, aus welchen Gründen die VSG aus Ettlingen einen dritten Regionalligarang einnimmt. Immer wieder gelangen den Gästen solid organisierte Angriffe vor allem über die Außenpositionen. Während in der Mitte am Netz, die TG-Frauen meist die Oberhand behielten, sahen sie sich nahezu machtlos der gegnerischen Offensive auf den Außenbahnen gegenüber.
Der zweite Durchgang bot anfänglich ein gänzlich anderes Bild. Motiviert von der starken Sarah Kempter, deren Aufschläge mehrfach für Unruhe in den Ettlinger Reihen sorgte, besannen sich ihre Mannschaftskameradinnen auf ihre Stärken und boten einen leidenschaftlichen Kampf gegen einen Gegner, dessen Offensivstärke sich auch im zweiten Satz als spielprägend erwies. Knapp ging das bessere Ende an die Gäste, nachdem ein krachender Gästeblock einen an sich vielversprechenden TG-Angriff zum Scheitern verurteilte.
Im dritten Akt des Dramas stellte sich ein Heimteam vor, das sich nun in aller Konsequenz gegen die drohende Niederlage stemmte. Mittels einer aufopferungsbereiten Feldabwehr, in Verbund mit soliden Blocks wie man sie schon lange nicht mehr von der TG erlebt hat, gelang es der Mannschaft nun immer mehr, im Geschehen zu bleiben. Deutlich verblieb der dritte Satz bei der TG. Ein Bruch im Spiel der Gäste schien danach erstmals denkbar.
In der Folge schien die VSG gewarnt und besann sich auf seine bis dahin nicht immer in letzter Konsequenz abgerufenen Fähigkeiten. Zwei Teams, von denen keines bereit war, auch nur einen Handbreit Boden zu verlieren, boten nun hochklassiges, spannendes Volleyball. Gegen Ende dieses leidenschaftlich umkämpften Spielabschnitts stand schließlich ein Matchball der Gäste, der zur Freue auf Waldseer Seite nicht verwandelt werden konnte. Knapp, doch überaus verdient, brachte die TG-Vertretung diesen denkwürdigen Satz nachhause.
Der fällige Tiebreak brachte noch einmal Spannung und ausgewogenes Geschehen, wenngleich eine moderate TG-Führung den kompletten Schlusssatz anhielt. In dieser entscheidenden Phase setzte Trainer Scheerer spannenderweise alles auf eine Karte und vertraute der jungen Linda Kibele zeitweise das Zuspiel an, während in der Mitte Sabine Tessmer mittels ihrer Routine solide Ruhe ausstrahlte und durch einen Schnellangriff das Spiel für die TG entschied. Als MVP traf die Wahl bei der VSG auf Libera Alena Granget, während bei der TG die überaus solide Zuspielerin Corinna Bertsch geehrt wurde.
Die nächste Aufgabe für die erfolgreiche TG-Truppe steigt am kommenden Sonntag, 16.00 Uhr in eigener Halle gegen die Stützpunktmannschaft Arge BaWü
(Franz Vogel)

TG: Corinna Bertsch, Thea Bodenmüller, Charlotte Elsäßer, Henriette Elsäßer, Linda Herkommer, Anne Jakob, Sarah Kempter, Madlen Maurer, Miriam Schäfer, Medine Sükün, Sabine Tessmer, Linda Kibele