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Herren 1: Waldsees Volleyballer verschaffen sich Luft

TG Bad Waldsee - SV Fellbach II 3:1 (17:25, 25:18, 25:21, 25:15)

Der 3:1 Sieg bringt die TG ins Mittelfeld der Regionalligatabelle

Vor über 80 Volleyballfans hatte sich am Samstagabend in der Sporthalle der Eugen-Bolz-Schule ein nicht unbedingt hochklassiges, allerdings in Teilen spannendes und hoch engagiert geführtes Match entwickelt. Nach 105 Minuten stand der verdiente Sieger fest, zur Freude der Zuschauer die Gastgeber, während der unterlegene SV Fellbach weiterhin auf einen zählbaren Erfolg wartet.
Dabei hatte es für die Bad Waldseer Mannschaft gar nicht verheißungsvoll begonnen. Im Nu zeigte die Anzeigentafel einen 0:5 Rückstand der TG, was Trainerin Evi Müllerschön zur ersten Auszeit veranlasste. Bis dahin vermissten die Beobachter jegliche Struktur und Ordnung im Spiel ihrer Mannschaft, was sich über den gesamten ersten Spielabschnitt nicht ändern sollte. Auszeiten und Auswechslungen brachten zum Leidwesen der Trainerin keine Wende. In stoischer Ruhe konnten die in rotschwarz gekleideten Gäste ihren Vorsprung halten, gegen Ende sogar noch ausbauen. Kaum ein Angriff seitens der TG gelang erfolgreich, stets stand ein schier unüberwindlicher Block auf Seite des SV Fellbach. Erst beim Stand von 16:22 gelang ein erfolgreicher TG-Block. Manch einem, dessen Herz für die TG schlägt, schwante böses.
Doch musste Evi Müllerschön in der Satzpause die richtigen Worte gefunden haben. Plötzlich schien es, als stünde ein ganz anderes Team auf dem Feld. Endlich gelangen Aufschläge, die das gegnerische Aufbauspiel erschwerten und zu Fehlern zwangen. Auch hatte das Training der letzten Zeit, das darauf abgerichtet war, das eigene Annahmeverhalten zu schulen, sichtlich Früchte getragen. Endlich – im dritten Spiel dieser Saison – war ein konstruktiver Aufbau möglich, womit Zuspieler Simon Scheerer seine besten Qualitäten unter Beweis stellen konnte. Hauptangreifer Pirmin Dewor profitierte in seinen Rückraumangriffen davon, ebenso wie die Angreifer Andi Beck und Jakob Büker. Die TG hatte sich zu Beginn des zweiten Durchgangs einen kleinen Vorsprung von drei Punkten erspielt, den sie bis Satzmitte halten konnte….. um ihn beim Stand von 16:16 wieder zu verspielen. Unterstützt von den Fans rappelten sich die Gastgeber auf und besannen sich ihrer Tugenden. Parallel dazu verloren die Gäste aus dem Unterland ihre klare Linie. Eine gelungene Aufschlagsserie von Marc Moosherr brachte die TG weiter nach vorne und mit 25:18 den Satzausgleich.
Wohin würde sich nun die Waage neigen? Sichtlich beeindruckt von dem nun doch anderen Gegner verloren sich einzelne Spieler auf Fellbacher Seite in unnötige Diskussionen mit dem etwas dominanten Schiedsrichter. Für ihr Spiel erwies ich dieses Verhalten als kontraproduktiv. War es doch dieser dritte Satz, der zumindest eine Vorentscheidung bringen sollte. Zunächst erkämpften sich Müllerschöns Schützlinge einen minimalen Vorsprung, den sie mühsam verteidigten, gegen Satzmitte aber abgeben mussten. In dieser kritischen Phase sorgte Jakob Büker mit präzisen Aufschlägen für die Wende. Sogar einige der schmerzlich vermissten Schnellangriffe über die Mitte des Netzes gelangen endlich. Mit 25:21 war zumindest tabellarisch der erste Punkt erreicht.
Doch an diesem Abend wollten die TG-Cracks mehr. Auf der Gegnerseite machte sich so etwas wie fehlender Glaube an das eigene Können spürbar breit, was Müllerschöns Mannen erbarmungslos bestraften. Beim Stand von 9:6 gab es einen langen spektakulären Ballwechsel mit einer überragenden Rettungstat von Robin Gronau, den am Ende trotzdem die Gäste für sich entschieden. Manchmal kann ein solches Ereignis für nervenschwache Teams die Wende zum Schlechten auslösen – nicht so bei der TG. Immer mehr wuchs ihr Vorsprung an und der Schlusssatz geriet zur Demonstration eines soliden erfolgsorientierten Angriffvolleyballs. 25:15 stand es am Ende, die ersten drei Punkte waren eingefahren.
Florian Sellner vom SV Fellbach und Pirmin Dewor von der Heimmannschaft wurden von ihren Gegnern zu den jeweils wertvollsten Spielern gewählt. Beide hatten im Laufe des Abends dem Spiel ihren Stempel aufgedrückt. Evis Müllerschöns Spontanresumee sprach von einem Pflichtsieg, dem nun die Kür folgen muss.
(Franz Vogel)

Für die TG spielten: Andi Beck, Jakob Büker, Pirmin Dewor, Pascal Eisele, Robin Gronau, Marc Moosherr, Dima Penner, Kirill Penner, Ralf Sauerbrey, Simon Scheerer