TG Schwenningen - TG Bad Waldsee 3:0 (25:14, 28:26, 25:10)
Ein klares 0:3 beim Namensvetter TG Schwenningen dämpft die Ambitionen der TG Bad Waldsee deutlich. So eindeutig die Ergebniszahlen über dieses Kräftemessen wirken, so deutlich wirkte der Gesichtsausdruck von Spielertrainer Marc Moosherr: Enttäuschung pur. Nun mag eine Erklärung durchaus sein, dass eben dieser Spielertrainer selbst nicht spielen konnte, sondern ausschließlich Coachingaufgaben zu lösen hatte. Doch es bei dieser Erkenntnis zu belassen, wäre sicherlich viel zu kurz gesprungen.
Mit Ausnahme des Zwischenhochs in Durchgang zwei boten die Kurstädter eine fast desolate Leistung, durchaus spürbar an der Körpersprache und dem fehlenden Glauben an das eigene Können. Kaum einer der eingesetzten Cracks bot seine Normalform auf, Ausnahme bildete der junge Mittelblocker Simon Bergmann, der auch von den Gegnern zum wertvollsten Spieler auf Gästeseite bestimmt wurde. Als weiterer entscheidender Moment dieses Spiels erwies sich auf Gastgeberseite in Person des Ukrainers und späteren MVP Kristian Prysakar. Seine Aufschläge zogen sich durch das Spielgeschehen wie ein roter Faden und zeitigten für die TG Bad Waldsee verheerende Folgen. Ein ums andere Mal kam die Gästeannahme in Bedrängnis, weil sie der Urgewalt des Schwenninger Spielers fast hilflos ausgeliefert war.
Das Unheil zeichnete sich für die Bad Waldseer Mannschaft bereits im ersten Satz frühzeitig ab. Rasch gingen die Platzherren deutlich mit 9:3 in Führung, zogen gar auf 13:4 davon und erspielten sich immerhin 11 Satzbälle. Nur über die Netzmitte konnten Moosherrs Mannen den einen oder anderen Punkt erzielen, dafür herrschte im Bereich der Außenangriffe fast Fehlanzeige. Deutlich endete der Auftaktsatz.
Zum zweiten Durchgang nahm Moosherr Kirill Penner herein, um in der Offensive neue Akzente zu setzen. Bis kurz vor Satzende ging diese Rechnung zur Freude der Gäste auf, denn die Waldseer TG ging mehrfach in Führung und stand nur wenige Punkte vor dem Satzgewinn. Nach mehrfachem Hin und Her blieb dem Gästeteam der ersehnte Bigpoint versagt, womit eine glatte Niederlage immer mehr in den Bad Waldseer Fokus rückte. Damit war die TG-Psyche arg belastet und das oberschwäbische Engagement ausgebremst.
Der finale Durchgang ähnelte aus Sicht der Gäste fatalerweise an den Eröffnungssatz. Stets lag die Schwenninger Truppe vorne und konnte ihren beruhigenden Vorsprung stetig ausbauen. Die Gegenwehr des späteren Verliererteams war zumindest überschaubar. Bei fast allen Aktionen, defensiv wie offensiv, war ihr die Verunsicherung anzumerken. Durchdachte Aktionen hatten Seltenheitswert. Das niederschmetternde Endergebnis passt zur Vorstellung des unterlegenen Teams.
Am Sonntag 17.11. geht es um 16.00 Uhr in eigener Halle gegen den TSV Mimmenhausen 2. Es bedarf bei der TG Bad Waldsee einer deutlichen Leistungssteigerung und stabiler Psyche, um den freien Fall aufzuhalten.
(Franz Vogel)
Simon Scheerer, Simon Bergmann, Andreas Beck, Dima Paul, Kirill Penner, Tim Knaus, Nico Bloching, Joshua Müller, Pascal Eisele, Salomo Halder, Robin Cronau