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Herren 1: Mit 3:0 gewinnen die Männer der TG Bad Waldsee beim SV Fellbach

SV Fellbach - TG Bad Waldsee 0:3 (19:25, 11:25 23:25)

Mit dem 3:0 Auswärtssieg in Fellbach setzt sich die Mannschaft von Trainerin Evi Müllerschön in der vorderen Tabellenhälfte fest. Freilich täuscht das klar klingende Endergebnis etwas über die tatsächlichen Abläufe des Spiels hinweg, denn dieses 3:0 entwickelte sich wahrhaftig nicht zu einem Spaziergang.
Sieht man vom einseitig verlaufenen zweiten Satz ab, bedurften die Platzherren sowohl ihrer ganzen Kampfkraft, als auch des Köpfchens ihres Zuspielers. Dieser heißt Simon Scheerer und befindet sich seit Wochen in brillanter Form. Seine Cleverness im Verbund mit der enormen Erfahrung und dem guten Auge der Trainerin sollte sich als spielentscheidend erweisen.
Müllerschön hatte vor dem Match einige Sorgen zu beklagen, da eine Reihe von Stammspielern mit Verletzungen zu kämpfen hatten. Doch konnte sie eine schlagkräftige Truppe aufs Feld bringen, die sich im Laufe des Spiels erfolgreich ergänzen ließ. Libero Pascal Eisele organisierte die Abwehr zusammen mit dem Außenangreifer Robin Cronau, während der andere Außenbahnspieler Andreas Beck zusätzlich mit effizienten Angriffsbällen glänzte. Als Mittelblocker gefielen Ralf Sauerbrey und Marc Moosherr, während das Zuspiel bei Simon Scheerer ebenso in bewährten Händen lag, wie die diagonale Aufgabe bei Kapitän Pirmin Dewor.
Überrascht wurde die TG im ersten Satz durch den starken Start der Platzherren, die schnell einen Vorsprung vor der TG schafften, den sie erst zu Satzmitte abgaben. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Müllerschön-Mannschaft endlich den taktischen Schlüssel zum erfolgreichen Verlauf gefunden. Hatten sich die SV-Spieler und ihr Trainer auf ihre Erfahrungen mit der TG erinnert – man stand sich nicht zum ersten Mal gegenüber – sollte sich das Gästeteam sehr erfolgreich durch ihren Zuspieler dagegenstemmen. Hatten die Fellbacher Cracks mit andauernde Angriffen über die Mitte des Netzes und auf der Diagonalposition seitens der TG gerechnet, drehte Simon Scheerer nicht zuletzt auf Grund der Spielanalyse durch Evi Müllerschön den Spieß um und spielte vermehrt zu Andreas Beck auf die Außenposition. Jener ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte ein ums andere Mal den Ball auf des Gegners Boden.
Begleitend dazu erkannte die TG schnell Schwächen im Annahmeriegel der Gastgeber. Inzwischen steigerte sich die TG auch in ihrem Defensivspiel und ermöglichte dadurch den zielführenden Aufbau mit abschließenden erfolgreichen Angriffen. Mit 25:19 ging die TG verdient in die Satzpause.
Sehr schnell legte die TG im zweiten Durchgang zwischen sich und den Gegner einen gehörigen Abstand, den sie ohne sich voll ausgeben zu müssen, deutlich nachhause brachte. Wieder war es Scheerer gelungen, seine Angreifer vorbildlich in Szene zu setzen. Hochverdient wurde der mittlerweile zum zuverlässigen Routinier gereifte Stammzuspieler vom Gegner zum wertvollsten Spieler der TG gewählt.
Offensichtlich fühlten sich die SV-Spieler in der Folge an ihrer Ehre gekratzt und wollten dem bewährten Volleyball-Lehrsatz entsprechen, der da heißt, dass der dritte Satz ein neues Spiel bringt. Es blieb jedoch bei der Absicht, denn der durchgehend knappe Vorsprung der TG konnte vom SV nicht geknackt werden. Ein verdientes, auf Grund auch der taktischen Entscheidungen errungenes 3:0 stand damit zu Buche.
Es wäre jedoch nicht Evi Müllerschön, dächte sie angesichts des am Ende doch eindeutigen Sieges nicht schon an die nächste Aufgabe am nächsten Samstag in eigener Halle. Bei dieser Gelegenheit wird mit dem USC Konstanz der Waldseer Tabellennachbar auf der anderen Netzseite stehen. Der USC bringt im Übrigen das Empfehlungsschreiben eines Sieges über den Tabellenführer mit. Mit dem nochmaligen Arbeiten an den Schnellangriffen über die Mitte beschrieb Evi Müllerschön ihre nächsten Trainingsaufgaben und spricht vor dem nächsten Spiel als Match, „in dem alles offen ist“.
(Franz Vogel)

Für die TG spielten: Simon Scheerer, Pirmin Dewor, Andreas Beck, Robin Cronau, Marc Moosherr, Ralf Sauerbrey, Pascal Eisele, Salomo Halder, Lennart Littmann, Kirill Penner, Chris Romstedt