Die Gäste aus dem Badischen mit dem geheimnisvollen Namen SG BEG united entführten mittels eines klaren 3:0 (25:23, 25:13, 25:23) Auswärtssiegs bei der TG Bad Waldsee sämtliche drei Punkte. Die BEG, eine Spielgemeinschaft aus Breisach, Emmendingen und Gündlingen stellte sich in glänzender Verfassung vor und wusste jederzeit auch in Bedrängnis die passende Antwort auf das wahrhaftig nicht schlechte Auftreten der heimischen TG.
Dritter gegen den Tabellenzweiten, ein echtes Spitzenspiel war demnach zu erwarten. Die über hundert Fans in der Sporthalle der Eugen-Bolzschule sahen denn auch ihre Erwartungen nicht enttäuscht. Vielleicht hätte man sich einen Satzsieg der Gastgeber noch wünschen mögen, um das hochattraktive Spiel zweier hoch engagierter Teams noch länger auszukosten. Doch gerade zu den Satzenden stellten die Männer aus dem Badischen ihre ganze mannschaftliche Geschlossenheit und Reife schlagend unter Beweis. Kühl bis ans Herz konnten sie Rückständen Stand halten um am Ende geduldig und ihrer Sache sicher auf den erfolgreichen Bigpoint zu warten.
Hat die Sporthalle der Eugen-Bolz-Schule an diesem Sonntagnachmittag den künftigen Meister der Regionalliga und Aufsteiger in die dritte Liga gesehen? Vieles spricht dafür, zumal sich die Bad Waldseer Truppe nicht zu verstecken brauchte und ihrerseits den Gästen fast alles abverlangte. TG-Trainerin Evi Müllerschön hatte sich auf der zentralen Zuspielerposition für Dietrich Penner entschieden, der den verletzten Simon Scheerer zu vertreten hatte. Penner ist ein anderer Zuspielertyp als Scheerer, machte jedoch seine Arbeit mehr als ordentlich. An ihm lag die Niederlage gegen den überaus starken Gegner bestimmt nicht. Die diversen Gründe zu analysieren fällt bei einem Gegner dieses Zuschnitts schwer. Ins Gewicht fiel auf TG – Seite eine schwache Angriffsquote vor allem in der Netzmitte. Dazu stellten die rot gekleideten Breisachmänner eine phantastische Abwehrstärke unter Beweis. Aussichtslose Bälle, meist aus angeschlagenen Blocks resultierend, wurden reigenweise gerettet. Wenn ein TG-Angriff nicht absolut zwingend abgeschlossen wurde, wurde er in der Regel eine Beute des gegnerischen Abwehrbollwerks.
Auf Seiten der TG fielen durch einige gelungene Punkte Kapitän Pirmin Dewor und Außenangreifer Andreas Beck auf, während im Abwehrbereich Libero Robin Cronau durch seinen engagierten Kampf überzeugte.
Der Spielverlauf selbst sah im ersten Satz beide Teams lange Zeit gleich auf. Es gelang der TG sogar, mehrmals einen Dreipunktevorsprung zu schaffen. Postwendend allerdings hielten die Gäste in aller Ruhe dagegen. Beim Stand von 23:23 waren es Eigenfehler und ein vergebender Aufschlag, der den Unterschied machte. Mehrere Auswechslungen und klug getimte Auswechslungen durch Trainerin Müllerschön hatten nicht gefruchtet.
Im zweiten Durchgang zelebrierten die badischen Gäste eine veritable Volleyballvorstellung, wobei sie ihre ganze Cleverness und Routine in die Waagschale werfen konnten. In dieser Phase hatte die TG keine ernsthafte Chance.
Der dritte Satz bot der Galerie ein Déjà-vu-Erlebnis des ersten Satzes. Die TG hatte sich aufgerappelt, klug geführt von Evi Müllerschön und ging das eine und andere Mal in Führung. Die ungemein ruhig und locker wirkenden Gäste ließen sich jedoch nie erschüttern und spielten kühl und unaufgeregt auch noch den letzten Ball des Spiels klar zu ihren Gunsten.
Die TG hatte ihr Bestes gegeben. Doch gegen ein solches Spitzenteam war ihr Bestes zu wenig.- Auf den weiteren Weg der SG BEG darf man gespannt sein. Doch auch die TG steht am Scheideweg. Die wirklich schweren Aufgaben stehen noch an, so das Auswärtsspiel in einer Woche beim Tabellenzweiten TG Schwenningen.
Das TG-Aufgebot: Ralf Sauerbrey, Andreas Beck, Marc Moosherr,, Dietrich Penner, Kirill Penner, Chris Romstedt, Pirmin Dewor, Robin Cronau,, Lennard Littmann, Salomo Haider, Pascal Eisele, Stefan Diakow