TG Bad Waldsee - VfB Ulm 3:1 (20:25, 25:22, 25:23, 25:23)
Gerade noch einmal gut gegangen ist für die einheimische TG Bad Waldsee das Kräftemessen am Samstagabend gegen den VfB Ulm. Mit 3:1 fuhr die TG einen Dreipunkte-Sieg ein, der in der Endabrechnung möglicherweise eine mitentscheidende Rolle spielen wird. Immerhin wurde ein direkter Konkurrent um den Klassenerhalt in Schach gehalten. Umso bemerkenswerter, als sich Trainerin Evi Müllerschön zum wiederholten Male zu spürbaren Umstellungen gezwungen sah. Auf diese Weise kam nach langen Monaten Außenangreifer Jan Herkommer zum Zuge. Er zeigte sich dem immensen Nervendruck, der an diesem Tag auf den Oberschwaben lastete, jederzeit gewachsen, wurde sogar von Seiten des VfB Ulm zum MVP (wertvollsten Spieler) der TG gewählt.
Dabei hatte es alles andere als verheißungsvoll begonnen. Von Beginn an legten die Gäste aus Ulm ein Tempo an den Tag, dem Stand zu halten, der TG nachhaltig misslang. Bis zu sechs Punkten Abstand erspielten sich die Donaustädter und gewannen den Eröffnungssatz überdeutlich. Beim Stand von 4:8 brachte die gastgebende Trainerin, den sich im volleyballmäßigen Vorruhestand befindlichen alten Crack Jan Herkommer. Zunächst ohne zählbaren Erfolg, doch wie der weitere Spielverlauf zeigen sollte drückte Herkommer dem Spiel seinen Stempel auf.
Der Ernst der Lage war in der Satzpause fast körperlich zu spüren. Erfreulicher Weise fand Müllerschön die passenden Worte, denn in der Folge zeigte sich ein TG-Team, das sowohl kampfbereit auftrat, wie auch gewillt war, seine spielerischen Qualitäten auf den Platz bringen. Mit drei, vier Punkten Vorsprung ging die TG in diesen zweiten Durchgang, den sie allerdings postwendend zu Gunsten eines deutlichen Rückstandes zur Satzmitte hergeben musste. Jetzt lagen die TG-Nerven lagen blank, schließlich kassierten die Gastgeber eine rote Karte und den entsprechenden Punktverlust. Evi Müllerschöns Auszeit beruhigte die Gemüter wieder, dass sich in der Folge die Gastgeber etwas absetzen konnten und am Ende den überaus kritischen Spielabschnitt für sich erfolgreich abschlossen.
Damit waren die Weichen für den weiteren Spielverlauf gestellt, wenngleich der VfB sich zu keinem Zeitpunkt aufgab und mit aller Macht seine Chancen suchte. Doch zeigten sich die Müllerschön-Schützlinge an diesem Abend absolut nervenstark und körperlich robust. Offensichtlich trug das sehr gezielte Training erkennbare Früchte. Knappe Spielstände gehörten jetzt zur Normalität, dementsprechend war Selbstvertrauen gefragt, von dem die TG an diesem Tag reichlich Zeugnis ablegte. Knapp aber hoch verdient brachten die Platzherren den dritten Satz nachhause.
Sehr eng lief das Finale ab. Immer wieder hechelte die TG einem deutlichen Vorsprung der Gäste hinterher, die in dieser Phase ihre große Chance förmlich rochen. Dem Schlussspurt der Gastgeber erwiesen sich die abgekämpften Gäste am Ende nicht mehr gewachsen und ließen damit drei wertvolle Punkte in der Kurstadt liegen.
Die TG belegt aktuell den vierten Platz in der Rangliste. Doch beim Betrachten des TG-Restprogramms ist vorsichtige Zurückhaltung angebracht. Alle drei Spitzenteams der Liga werden noch gegen die TG antreten.
(Franz Vogel)
Simon Bergmann, Stephan Diakow, Pascal Eisele, Salomon Halder, Jan Herkommer, Tim Knaus, Marc Moosherr, Dima Paul, Kirill Penner, Simon Scheerer