In Folge der durchaus vermeidbaren 2:3 (25:21, 25:19, 21:25, 21:25, 14:16)
Niederlage beim TSV Ellwangen rutscht die TG Bad Waldsee in der Volleyball-Regionalliga zwei Ränge zurück. Im allgemeinen gilt eine Niederlage als etwas, das man im Sport einfach abhaken sollte, die Art und Weise jedoch, wie das knappe Ergebnis in Ellwangen zu Stande kam, gibt Anlass zum Nachdenken. Trainerin Evi Müller ist erfahren genug, um bereits nach Spielende die entscheidenden Aspekte zu benennen. Zum einen sah sie das gegnerische Blockverhalten als überaus clever an, zum anderen litt ihrer Meinung nach das Bad Waldseer Spiel an mangelnder Variabilität. Auch war es den Gastgebern immer wieder gelungen, aus der engagierten Abwehr heraus erfolgreiche Angriffe aufzubauen, gegen die die TG-Defensive öfters auf verlorenem Posten stand.
Dabei hatte es verheißungsvoll begonnen. Immerhin gestaltete die TG zwei Sätze mit klarem Ausgang zu ihren Gunsten. Die Frage bei der Trainerin tauchte auf, ob diese beiden Spielabschnitte nicht zu einfach gelaufen waren. Als es dann im dritten Satz plötzlich eng wurde, vergaß die TG zu spielen und versuchte sich mittels Kampf durchzubeißen. Der an und für sich lobenswerte Kampfgeist führte allerdings zu Verkrampfungen und Verbissenheit. Jetzt ließen die Gastgeber ihre Gäste laufen, bespielten die sich auftuenden Lücken und stürzten auf diese Weise die TG von einer Verlegenheit in die nächste.
Erschwerend kam die in diesem Spiel fehlende Chancenverwertung der Außenangriffe hinzu. So blieb es mit Marc Moosherr in der Netzmitte als einzigem Punktesammler. Er war es auch, den die Ellwanger Truppe bei Spielschluss zum wertvollsten Spieler der TG auserwählt hatte. Im Laufe der Sätze drei und vier erwies sich dieser Mangel im Spiel der TG als entscheidend. Der vermeidbare ungeliebte TieBreak verlief ausgeglichen, hart wurde um jeden Punkt gerungen. Dann allerdings ereilte die TG ihr Schicksal in Gestalt der Verletzung ihres Zuspielers Simon Scheerer, der durch gegnerischen Übertritt umknickte und nicht mehr weiterspielen konnte. Zu allem Überfluss geschah diese Szene in der Endphase des fünften Satzes, was die TG in grausamer sportlicher Logik in den Untergang führte.
Für Zuschauer und Trainerin blieb am Ende die Frage, was ab dritten Satz in den Reihen der TG kollektiv geschehen war. Das üble unsportliche Verhalten eines Teils des Ellwanger Publikums trug das ihre dazu bei, den Abend in Ellwangen als zumindest gebraucht zu verbuchen.