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Waldseer Volleyballer zu Gast im Heiligen Land

Zwölf jugendliche Volleyballerinnen und Volleyballer aus Bad Waldsee traten zusammen mit zwei Begleitern am Stadtfest-Sonntag die Reise nach Israel an. Vorangegangen war ein Besuch israelischer Jugendlicher in Bad Waldsee im Sommer 2022. Die israelischen Volleyballer lernten vor einem Jahr die Kurstadt, Süddeutschland und natürlich auch die Volleyballer der TG kennen. Einige Waldseer, die damals israelische Jugendlichen beherbergten, flogen in diesem Jahr ihrerseits zum Gegenbesuch Anfang August für 10 Tage nach Israel, um dort in der Region Bnei Shimon das Land und die Kultur kennenzulernen. Untergebracht waren die Waldseer in Gastfamilien in sogenannten Kibbuzim – dorfähnlichen Siedlungen in Israel.
Durch die Unterbringung in den Gastfamilien konnten die zwischen 15 und 20 Jahre alten TGler Einblicke in das Leben in Israel bekommen und hatten direkten Kontakt mit ihren Gastgebern. Dies aber hauptsächlich abends, da die israelischen Gastgeber um Volleyballtrainer Tamir Ben Ezra ein ausgiebiges Tagesprogramm für die deutschen Gäste auf die Beine gestellt hatten. Felsendom
Die Gruppe besuchte unter anderem die großen Städte Haifa, Tel Aviv und Jerusalem. Zwei Tage Fußmarsch durch die historische Altstadt von Jerusalem brachte die Gruppe an zahlreiche beeindruckende Orte wie die Klagemauer, Yad Vashem (die Holocaust Gedenkstätte), die Via Dolorosa und die Grabeskirche. Ein Höhepunkt war sicherlich der Besuch des Tempelberges, der jüdischen Gläubigen nur in Ausnahmen und unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen erlaubt ist. Dort konnten die Waldseer den Felsendom sowie die al-Aqsa-Moschee bestaunen.
Nachhaltig in Erinnerung wird der Reisegruppe auch der Besuch des „Path to Peace“ bleiben. In einem Kibbuz direkt an der Grenze zum Gazastreifen lernten die Jugendlichen, was es bedeutet, unter der Bedrohung von Raketenangriffen zu leben und konnten „Steine der Hoffnung“ auf eine Mauer kleben. Nicht nur die Angst vor Angriffen sondern auch die Tatsache, dass Israel keine offenen Grenzen zu Nachbarstaaten hat, konnte am eigenen Leib erfahren werden. Bei einem Ausflug in den Norden Israels konnte beispielsweise die abgesperrte Grenze zum Libanon gesehen werden. Ebenfalls wurde ein Luftwaffenstützpunkt besichtigt, der für die Ausbildung von Militärpiloten verantwortlich ist. Unter diesen Umständen wurde dem einen oder anderen deutlich, wie privilegiert die Lage in unserer deutschen Heimat ohne Bedrohung von außerhalb und mit offenen Grenzen ist.
Neben der Kultur und Geschichte Israels kam auch das Volleyballspielen nicht zu kurz. In gemeinsamen Trainingseinheiten mit israelischen Jugendlichen abends in der Halle eines Kibbuz oder in der glühenden Hitze am Strand von Tel Aviv fanden zahlreiche Matches statt. Schließlich wurde für viele Jugendliche noch der persönliche Hitzerekord geknackt. Beim „Baden“ im Toten Meer – 400m unter dem Meeresspiegel – maß das Badehäuschen tatsächlich eine Temperatur von 47 Grad.
Die durchweg positiven Rückmeldungen auf beiden Seiten veranlasste die beiden Organisatoren Tamir Ben Ezra und Jan Herkommer, im nächsten Jahr bereits den nächsten Gegenbesuch in Bad Waldsee zu planen. Außerdem wollen die beiden den deutsch-israelischen Austausch für die nächsten Jahre zum festen Bestandteil beider Vereine machen.
Ein Dank geht an den Sportkreis Ravensburg sowie die deutsche Sportjugend, ohne deren Zuschüsse und Unterstützung bei der Vorbereitung und Planung des Austausches diese Reise nicht möglich gewesen wäre.